Ladelust

Mein letzter Post stellte nur die frustrierenden Seiten des Ladens an öffentlichen Stromsäulen heraus. Heute will ich aber Positives berichten.

Wirklich, das Laden des Zoe ist kinderleicht und funktioniert in meinen Testwochen immer gut. Einfach Auto und Säule mit dem Ladekabel verbinden und den Ladevorgang in der Smartphone-App, telefonisch oder mit einer Tankkarte starten. Das Kabel wird automatisch in den Steckdosen verriegelt und kurz darauf zeigt der Zoe an, dass er tatsächlich lädt und wie lange die Ladung vermutlich dauern wird. Dann ein bis zwei Stunden Kaffeetrinken, Einkaufen, Lesen, Schlafen, bis der Akku aufgeladen ist. Die App von RWE Mobility zeigt auch unterwegs kontinuierlich an, wie viele Kilowattstunden sich der Akku bereits reingezogen hat und wann er voll ist.

Am bequemsten kann das Laden an einem eigenen oder reservierten Ladepunkt zu Hause oder am Arbeitsplatz sein. Als Stadtbewohner ist man da klar im Nachteil. Aber vielleicht lässt sich ein aufgeschlossener Arbeitgeber oder Vermieter dazu hinreißen, Ladepunkte (Wallboxes) zu installieren. Vielleicht sogar verbunden mit einer Solaranlage. Einiges spricht dafür, dass das öffentliche Laden in den nächsten Jahren einfacher wird: So startet gerade ein interessantes Projekt in Berlin, wo 1.000 Straßenlaternen zu Ladestationen werden sollen.

Übrigens: plant man bei längeren Fahrten von vornherein Ladestopps ein, lernt man Städtchen, Cafés und einsame Parkplätze kennen, die man sonst nie besucht hätte. Elektroautofahrer berichten von Urlaubsreisen mit dem E-Auto, auf denen auch das Laden das Ziel ist. Das muss man natürlich mögen und die meisten der – potenziellen – Elektroautofahrer werden ihre üblichen täglichen Kilometer abreißen und das Auto über Nacht aufladen. So müssen sie nur bei den wenigen Fahrten, die über 100 Kilometer hinausgehen, mit Zwischenstopps kalkulieren oder auf ein anderes Verkehrsmittel umsteigen.

Ladefrust

Am elften Tag muss ich den Zoe ausnahmsweise mal stehen lassen. Ich hatte geplant, morgens nach Düsseldorf zu fahren und in der Nähe des Medienhafens an einer der Säulen der Stadtwerke zu laden, während ich in der Nähe einen ganztägigen Termin wahrnehme. Dafür habe ich Tage zuvor bei den Stadtwerken Düsseldorf extra eine kostenlose RFID-Karte beantragt. Der freundliche Mitarbeiter dort hat diese auch direkt am Montag abgeschickt, aber leider kommt die Karte doch nicht pünktlich bei mir an. Schade, das mein Plan nicht aufgegangen ist. Die Alternative wäre, an einer RWE-Säule in einem anderen Teil Düsseldorfs oder unterwegs zu laden. Aber die zusätzliche Stunde will ich meiner heute mitfahrenden Kollegin – aber auch mir – nicht zumuten. Also geht es heute im Verbrenner in die Landeshauptstadt.

Wahrscheinlich würde ich die 95 Kilometer für die Fahrt nach Düsseldorf und zurück auch ohne Ladestopp schaffen, aber das Problem ist, dass der Akku momentan nur noch zu 20 Prozent gefüllt ist. Schon am Vortag habe ich keine freie Ladesäule im Viertel gefunden und diesmal fehlte mir die Zeit und Lust, an einer einsamen Säule weiter außerhalb für mindestens eine Stunde das Laden abzuwarten.

Hier im dicht bebauten Kreuzviertel ist jeder Quadratmeter Parkraum kostbar. Einerseits kann ich es gut verstehen, dass die Parkplätze an den Ladesäulen fast immer zugeparkt sind. Bisher stehen auch kaum Elektroautos an den Säulen und die meisten Verbrenner-Fahrer sehen keinen Grund, sich nicht dort hinzustellen. Andererseits sind es nur sehr wenige Parkplätze, die es ausnahmsweise frei zu halten gilt.

Hier ist die Politik gefragt, das ein oder andere Gesetz zu ändern. Eine deutliche Markierung und Beschilderung der Parkplätze an den Ladesäulen, verbunden mit der Möglichkeit auch Strafzettel an Verbrenner zu verteilen, halte ich für die beste Lösung. Damit sich die Elektroautofahrer dann nicht gegenseitig die Ladeplätze blockieren, fände ich eine Begrenzung der Parkzeit per Parkscheibe sinnvoll.

 

Umweltauswirkungen

Was trägt der Zoe nun wirklich zum Umwelt- und Klimaschutz bei, will ich wissen. Zwar ist das Elektroauto lokal emissionsfrei, aber der Strom muss ja irgendwie erzeugt werden und das belastet die Umwelt. Selbst beim Solar- und Windstrom muss man die Umweltauswirkungen von Produktion und Betrieb der Solarzellen und Windanlagen betrachten.

Wie ich recherchieren konnte, ist der beste Ansatz die durchgängige Betrachtung von der Quelle bis zum Rad – also Well-to-Wheel. Bei den Verbrennern werden dabei auch die CO2-Emissionen durch Ölförderung, Transport, Raffination berücksichtigt. Die bekannten CO2-Angaben der Autohersteller für ihre Fahrzeuge sind dagegen nur Tank-to-Wheel: die Berechnung beginnt erst im Tank und diese Angabe ist daher nur die halbe Wahrheit. Betrachtet man beim Elektroauto Tank-to-Wheel , ergeben sich Null Gramm CO2 pro Kilometer, was natürlich nicht stimmen kann. In der Well-to-Wheel-Betrachtung werden die CO2-Emissionen, die bei der Stromerzeugung in den Kraftwerken und weiteren Anlagen entstehen, mit eingerechnet.

Der ADAC hat seinen EcoTest vor eineinhalb Jahren auf die Well-to-Wheel-Betrachtung umgestellt. Auch ermittelt er den Verbrauch der Fahrzeuge in einem eigenen realitätsnahen Fahrzyklus und bewertet den Schadstoffausstoß – HC, CO, NOx und Feinststäube. Die Werte des ADAC erscheinen mir daher sehr aussagekräftig. Bei der Bewertung der Elektroautos geht der ADAC davon aus, dass die Akkus mit dem durchschnittlichen deutschen Strommix geladen werden – eine durchaus ungünstige Annahme. Für diesen Strom rechnet der ADAC mit 563 Gramm CO2 je Kilowattstunde, die von Kohlekraftwerken und weiteren Dreckschleudern stammen.

Also, wie sieht der EcoTest-Vergleich zwischen dem Zoe und ähnlichen Verbrenner-Modellen aus? Beim CO2 kommt der Zoe auf 111 Gramm pro Kilometer. Da können einige sparsame Dieselfahrzeuge fast mitziehen, beispielsweise der Golf TDI Blue Motion mit 120 Gramm. Dennoch: schon im beinahe schlimmsten anzunehmenden Fall des Ladens mit normalem Strommix, ist der Zoe CO2-mäßig ganz vorne dabei – nicht zu vergessen die lokal vermiedenen Schadstoffe und Feinstäube sowie die Lärmvermeidung des E-Autos!

Aber wer lädt schon mit dem normalen Strommix?  Durch das Laden mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen lässt sich der durch die Stromerzeugung verursachte CO2 –Ausstoß drastisch senken. Das kann kein Verbrenner. Wichtig ist, dass dieser Ökostrom von einem Anbieter kommt, der aktiv zum Ausbau erneuerbarer Energien beiträgt und dies durch ein Ökostrom-Siegel oder –Zertifikat belegen kann. Oder man nimmt die Stromerzeugung selbst in der Hand und lädt aus der eigenen Solar- oder Windanlage.

Der zusätzlich von Elektroautos verbrauchte Strom sollte aus zusätzlich erzeugtem Strom aus erneuerbaren Energiequellen kommen. So ergibt sich – im Vergleich zu einer Fahrt mit dem Verbrenner – der größte Effekt für Umwelt und Klima.

Zo(o)e

Am Sonntagnachmittag ist der Zoe mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern in Kindersitzen voll besetzt. Das passt problemlos und alle haben ausreichend Platz. Ziel des Familienausflugs ist der Dortmunder Zoo, dessen Besuch sich bestens mit dem Aufladen des Zoe-Akkus verbinden lässt. Die Kinder mögen das Elektroauto: „Fährt wie ein ICE“, ruft unser dreijähriger Sohn beim sanft-lautlosen Beschleunigen.  Nach wenigen Kilometern wird der Zoe an der Ladesäule am Rombergpark abgestellt und ist bei unserer Rückkehr aus dem Zoo voll aufgeladen. Da der Druck auf die dortigen Parkplätze im Laufe des Nachmittags angewachsen ist, sind beide Parkplätze an der Ladesäule schnell mit Verbrennern belegt – das bekannte Problem. Die nun rund 130 Kilometer im Akku sollen für die nächsten Tage, an denen keine weiten Fahrten anstehen, ausreichen.

Wochenendtrip mit dem Zoe

Am fünften Tag habe ich mich schon an den Zoe gewöhnt. Besonders in der Stadt fährt es sich sehr entspannt. Das Fahrwerk nehme ich als angenehm straff wahr. Die Lenkung ist sehr leichtgängig und direkt. Nichts rappelt oder knuspert während der Fahrt, die Verarbeitung erscheint ordentlich. Die Materialien der Innenausstattung machen auf mich einen wertigen Eindruck und wirken nicht plastikmäßig.

Eigentlich will ich heute mit den angezeigten zwölf Restkilometern noch bis nach Hause kommen und an einer RWE-Säule im Viertel laden. Aber unterhalb von zehn Restkilometern fordert der Zoe eindringlich und ziemlich überzeugend dazu auf, eine Ladestation anzufahren. Das Navi leitet mich zum nahegelegenen Rombergpark, wo die dort parkenden Verbrenner die Plätze an der Ladesäule glücklicherweise freigelassen haben. Nach einem insofern nicht ganz freiwilligen Park-Spaziergang von 1:20 Stunden ist der Akku wieder voll geladen und es geht weiter nach Hause.

Am Nachmittag starte ich zu einem Wochenendtrip in den Westerwald. Die Entfernung von 110 Kilometern bis zum Ziel würde ich noch in einem Rutsch mit dem Zoe schaffen, aber vor Ort gibt es keine Lademöglichkeit. Daher plane ich zwei Ladestopps unterwegs ein: je einen auf der Hin- und auf der Rückfahrt im sauerländischen Wenden, direkt an der Autobahn 45. Die jeweils einstündige Ladezeit vertreibe ich mir mit Lesen und einer kleinen Ortserkundung. So wirklich Spaß machen die Stopps aber nicht.

Die Entschädigung für den erzwungenen Ladehalt folgt etwas später an der steilen Serpentinenstraße, die hinauf zur über dem Siegtal gelegenen Freusburg führt. Der Zoe zieht sich kraftvoll aber leichtfüßig und wie immer leise die steile Strecke hinauf, läßt sich mühelos und präzise um die engen Kurven manövrieren. Ziemlich beeindruckend!

Sammelkarten

Tag vier mit dem Zoe verläuft unspektakulär: nur zwei innerstädtische Strecken sind entspannt zurückzulegen. Mit gefällt die etwas höhere Sitzposition im Zoe im Vergleich zu anderen ähnlichen Automodellen. Rund zehn Zentimeter ist er höher, auch wegen des unter den Sitzen verbauten Akkus.

Gedanken an das Aufladen muss ich heute nicht verschwenden, denn aus der Ladung vom Vorabend in Düsseldorf sind noch über 30 Kilometer im Akku. In einer Woche muss ich nochmal in die Landeshauptstadt, aber in der Nähe meines Ziels gibt es dann keine RWE-Ladesäulen, aber mehrere Ladepunkte der Stadtwerke Düsseldorf. Um diese zu nutzen wird eine kostenlose RFID-Karte benötigt, wie ich in der PlugFinder-App erfahre. Ich erreiche den in der App genannten Ansprechpartner der Stadtwerke am Telefon und er lässt mir gleich einen Vertrag zumailen, den ich ausdrucke, ausfülle, einscanne und wieder zurück maile. Ein Online-Formular hätte ich zweckmäßiger gefunden, aber vermutlich möchte man bei den Stadtwerken eine Unterschrift sehen. Kurz darauf bestätigt man mir schon den Eingang des Antrags und stellt den Versand der Tankkarte in Aussicht. Sehr schön! Übrigens berechnen die Stadtwerke Düsseldorf bis auf Weiteres noch nichts für das Laden an ihren öffentlichen Säulen, aus denen zu 100 % Ökostrom aus Wasserkraft fließt.

Als Elektroautofahrer kann es also nicht schaden, die Tankkarten der verschiedenen Stadtwerke und anderen Anbieter der Umgebung in der Tasche zu haben. So berichtet @BuzzingDanZei auf Twitter, der mir auch den Tipp für Düsseldorf gab, von seinen bereits 20 gesammelten Karten.

Laden und Essen

Leicht erhöhter Schwierigkeitsgrad am dritten Tag mit dem Zoe. Die Fahrt von Dortmund nach Düsseldorf und zurück ist kaum mit einer Akkuladung zu schaffen, also muss am Zielort nachgeladen werden. Am besten wäre es also, wenn ich mit den Düsseldorfer Freunden irgendwo in der Nähe einer Ladesäule etwas Essen gehen würde. Ein Blick in die RWE-App zeigt einige Säulen in Düsseldorf-Flingern, wo es nicht weit zu einem guten Portugiesen ist. Kontrollblick in die PlugFinder-App, die auch Fotos der Ladepunkte anzeigt: Gewerbegebiet und Autohäuser, hier ist wahrscheinlich abends nichts zugeparkt – hoffe ich.

Kaum berichte ich auf Twitter von meiner bevorstehenden Fahrt nach Düsseldorf, kommt der Tipp von @EAutoTV und @BuzzingDanZei dass im Parkhaus Carlsplatz auch kostenlos geparkt und gleichzeitig aufgeladen werden kann. Das klingt gut, denn das Parkhaus in der Altstadt wäre ein attraktives Ziel. Leider stellt sich heraus, dass für das Laden eine RFID-Karte der Stadtwerke Düsseldorf benötigt wird. Die ist zwar kostenlos, aber man muss sie erst beantragen und sich zuschicken lassen – doch dazu später mehr.

Also doch ins Gewerbegebiet, wo tatsächlich eine freie Ladesäule wartet. Eine kleine Verunsicherung gibt es beim Starten des Ladevorgang: die Nummer in der RWE-App stimmt nicht mit der tatsächlich aufgedruckten Nummer auf dem Ladepunkt überein – daher starte ich die Ladung dieses Mal telefonisch. Die im Callcenter sollen ja auch etwas zu tun haben. Vom Zoe ist ein leises hochfrequentes Fiepen während des Ladens mit 22 kW zu vernehmen. Das klingt irgendwie zufrieden. Wir lassen den Zoe allein in der Kälte und essen selber lecker beim Portugiesen.

Twitter ist großartig! Erst gibt mir @PlugFinder noch den Tipp, dass ich die tatsächliche Nummer der Ladesäule auch per Hand in die RWE-App hätte eingeben können. Dann fragt @RWEmobility nach, um welche Ladepunktnummer es sich handelt, damit sie den Fehler beheben können.

Insgesamt verläuft die Fahrt nach Düsseldorf und zurück entspannt. Auf der stets vollen Strecke über die B1, A40 und A52 ist entweder Stau oder Tempo 100, so dass ich sparsam unterwegs bin. Ein paar ambitionierte Ampelstarts, um den staunenden Freunden aus Düsseldorf die Vorzüge eines Elektroautos zu demonstrieren, sind natürlich immer drin.

Was auffiel: Bei der Fahrt im dunkeln ist mir das große Display des Touchscreens etwas zu hell und wenn man es abschaltet, geht auch das Radio aus. Außerdem lässt sich das iPhone nicht am USB-Anschluss laden. Ansonsten habe ich mich schon an den Zoe gewöhnt und empfinde auch das Fahren, ohne schalten zu müssen, als sehr angenehm.

Kommunikationsproblem?

Tag zwei mit dem Zoe: Ein paar Kilometer durch die Stadt, ein kurzes Stück Autobahn. Eigentlich fährt er sich wie ein ganz normales Auto – nur leiser, ruhiger und vor allem agiler, als die von mir bisher gefahrenen Verbrenner. Es macht Spaß, mal kurz zu beschleunigen, wenn dies auch gleich von einem mahnenden Farbwechsel im Tachometer begleitet wird, denn das geht natürlich auf die Reichweite. Ungewohnt für mich ist eher das Fehlen einer Gangschaltung – was jetzt kein E-Auto-spezifischer Effekt ist. Mein linker Fuß zuckt häufiger und will auf die nicht vorhandene Kupplung treten. Dafür hat sich der rechte Fuß schon gut an das sensible Zoe-Gaspedal (ich finde, man kann das weiterhin so nennen) gewöhnt.

Dann die erste Ladung. Zwar hatte der Zoe noch 65 % im Akku, aber als ich eine Ladesäule mit freiem Parkplatz davor sah, nahm ich die Gelegenheit wahr. Also das Ladekabel angeschlossen und per iPhone-App den Ladevorgang gestartet und gleich stolz ein Foto getwittert. Als voraussichtliche Ladezeit zeigte der Zoe 1:50 Stunden an. Irgendwie etwas lang für eine 22 kW-Ladesäule, wie mir direkt von auf Twitter geantwortet wurde. Die Nachfrage bei RWE Effizienz ergab, dass es eventuell einen „Kommunikationsfehler“ gab und dass ich es das nächste Mal an einer anderen Säule versuchen soll. Ok, werde ich tun.

Morgen Abend wird es zu Freunden nach Düsseldorf gehen. Da es hin und zurück rund 115 Kilometer sind, muss ich auf jeden Fall eine Ladung einplanen. Wir suchen uns am besten eine Kneipe in der Nähe einer – hoffentlich nicht zugeparkten – Ladesäule.

Hallo Zoe!

Endlich! Heute Nachmittag konnte ich einen weißen Zoe zum zweiwöchigen Probefahren entgegennehmen. Bei herbstlicher Kälte wurden außer mir noch vier weitere Testerinnen und Tester auf dem RWE-Parkplatz in ihre E-Autos eingewiesen.

Der kompetente Herr vom Autohaus Eisenstraße erklärte mir zunächst einige beeindruckende Dinge, die in vielen modernen Autos zu finden sind, wie den schlüssellosen Zugang, Klimaautomatik, Mediasystem und Navi. E-Auto-mäßig wurde es bei der Eco-Taste, mit der die Motorleistung reduziert werden kann, um die Reichweite zu erhöhen. Unübersehbar im Cockpit die Ladeanzeige, die immer die errechneten Restkilometer anzeigt. Das Navi im Zoe enthält die Standorte von Ladesäulen und navigiert auf Wunsch direkt dorthin. Dann eine Einweisung in den Ladevorgang: Öffnen des Ladeanschlusses, der sich vorn am Auto hinter der Renault-Raute verbirgt, und Verbinden des Ladekabels mit Auto und Ladesäule. Den Ladevorgang per Smartphone-App oder Anruf einer 0800-Nummer starten. Dank RWE werde ich in den nächsten zwei Wochen kostenlos laden können.

Für die Ruhr Nachrichten wurde noch ein lustiges Foto von allen geschossen, das morgen in der Zeitung erscheinen soll. Dann konnte ich losfahren – zum allerersten Mal in einem Elektroauto. Vorsichtig rollte ich vom Parkplatz, doch schnell fühlte sich der Zoe gut an, fuhr leise und beschleunigte sanft. Ungewohnt das Fahren ohne Schaltung. Dann kurzes Kurven durch die engen Straßen des Kreuzviertels, wo sich der Zoe sehr handlich zeigte. Als ich nach Hause kam, war es schon dunkel. Den Rest des Abends werde ich mich mit der Renault-Bedienungsanleitung beschäftigen und mich noch in das ein oder andere Feature einlesen.

Ladesäulen finden mit dem Smartphone

Da ich während der Testwochen auf öffentliche Ladesäulen angewiesen sein werde, habe ich mir schon mal zwei Apps auf das iPhone geladen, die auf einer Karte die Standorte von Ladestationen anzeigen können.

RWE Effizienz

Die App von RWE Effizienz wurde kürzlich komplett überarbeitet (zumindest für iOS) und zeigt alle RWE-Ladesäulen an. Man kann erkennen, ob die Ladesäule aktuell belegt oder frei ist und der Ladevorgang läßt sich direkt aus der App starten. Die Bezahlung der Ladung ist für Nicht-RWE-Kunden auch per SMS möglich. Die App ist kostenlos.

PlugFinder

Die Ladestationen von vielen verschiedenen Anbietern zeigt die App PlugFinder an.  Auch Privatpersonen, die eine Ladung z.B. mit Strom aus ihrem Blockheizkraftwerk anbeiten, finden sich auf der Karte. Weitere Informationen und Fotos der Ladestationen helfen bei der Planung des Ladevorganges. Die App für das iPhone kostet 1,79 €. Auf der Website von PlugFinder ist aber auch die kostenlose Nutzung der Karte möglich.

LEMnet

Einen weiteren Service zum Finden von Ladestationen bietet der Verein LEMnet an. Auch hier werden viele kommerzielle und private Stromtankstellen zusammen mit teils umfangreichen Infos zu den Ladepunkten auf einer Karte angezeigt. Neben der Website ist auch eine kostenlose Android-App verfügbar.

Mein Fazit

Von den drei Diensten gefällt mir als iPhone-Nutzer die PlugFinder-App am besten, da sie viele Ladestationen anzeigt und eine gut zu bedienende Oberfläche mitbringt. Sehr gut finde ich die von Nutzern hochgeladenen Fotos der Ladestationen. Der Preis von 1,79 € für die App geht in Ordnung. Der Service von LEMnet gefällt mir auch sehr gut. Die Website ist auf dem iPhone jedoch nur eingeschränkt bedienbar: so wird zwar die sehr umfangreiche Karte mit den Ladestationen angezeigt, die Such- und Filterfunktionen sind im Browser des iPhones aber nicht verfügbar. Die gut zu bediendende RWE-App beschränkt sich auf die RWE-Säulen, bietet aber eine Belegungsanzeige und die direkte Möglichkeit zum Start des Ladevorgangs und zur Bezahlung – sie ist aber eher etwas für reine RWE-Kunden.